Glück

Das Glück

 

Es sitzt sich weich auf unserem Sofa. Gemütlichkeit im ganzen Haus.

Geschmackvoll wählen wir die Bilder zur Farbe der Gardinen aus.

Wir schließen nachts die Jalousien, hab neue Schlösser in der Tür.

Das Glück soll sich doch sicher fühlen als Dauermieter dachten wir.

 

Da hat’s das Bündel schon geschnürt.

Ich glaub, es wohnt nicht gern möbliert

Und scheint die Sicherheit zu meiden.

Versprechen, die vergisst es prompt

Und dass es niemals pünktlich kommt,

kann ich nicht leiden.

 

Ich hab‘ es tief als Kind geatmet im Kirschenbaum zur Blütenzeit.

Da warf‘‘s mir seine Glückshaut über grad wie ein Sternentalerkleid.

Ich traf es unter jungen Leuten, wir feierten bei Kerzenschein.

Es war spontan, verrückt, bescheiden und machte aus dem Wasser Wein.

 

Dann ging es fort und kam nicht mehr.

Ich hechelte ihm hinterher.

Doch ich war nie sehr gut im Rennen.

Einmal kam’s ungeheuer groß,

es trug ein Baby auf’m Schoß.

Da schossen uns vor Glück die Tränen.

 

Ich fand es beim Muschelsuchen. Da gab’s mir ein Geheimnis preis:

Du rennst mir nach, willst mich erzwingen. Halt inne, schau und sei ganz leis.

Dann wirst du staunend mich entdecken. Dann hörst du meinen Glücksgesang.

Und ich kann dir aus vielen Blicken entgegenschau’n dein Leben lang.

 

Ich bin im Brotgeruch versteckt,

und wenn dich deine Liebste neckt

im Dunkeln, dann hörst du mich lachen.

Ich warte auf dich jetzt und hier,

und wenn du singst, bin ich bei dir,

dich froh zu machen!

 

Gerhard Schöne

aus: Der Andere Advent 2017/2018

 

 

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Aufbrechen

Aufbrechen

Zur lebendigen Freude….

Knospen brechen auf,

geben ihren lange gehüteten Schatz frei.

Aufbrechen

Aus den verschatteten Dunkeltiefen

Meines eingezogenen Lebens.

Aufbrechen

Und mich entfalten

In Freude.

Aufbrechen

In der Kraft deines Segens.

 

Brigitte Enzner-Probst

Rat der Großmütter

1  Wir sind verbunden

Wir Menschen sind nur eine von vielen Lebensformen der Erde. Du bist verbunden mit allem und Teil von allem. Alles was Du tust hat eine Wirkung auf das Ganze. Lerne und respektiere die Naturgesetze! Sie wirken immer und überall!

2  Wir hüten die Weisheit!

Du trägst das Wissen und die Weisheit Deiner AhnInnen und der Welt in Dir. Erinnere Dich! Ehre und achte Deine Wurzeln!  Entwickle Dich selbst zum Wohle aller!

3 Wir wägen die  Wahrheit

Menschen sehnen sich nach Gerechtigkeit! Mitfühlende Liebe führt Dich auf den Weg der Wahrheit und in ein tiefes Verstehen. So heilt Schmerz. Betrachte die Vielfalt und die Unterschiedlichkeit als Bereicherung! Im Grunde sind wir alle gleich. Handle aus Deinem Mitgefühl!

4  Wir schauen in die Weite

Es gibt eine sichtbare und eine unsichtbare Welt. Beide gehören zusammen. Lebe mit der Realität beider Welten, damit Dein Handeln weitsichtig wird!

5  Wir hören zu

Unsere Welt ist laut und atemlos geworden. Wir wissen: Alles Lebendige will sich mitteilen und will gehört werden. Lass Dir Zeit, werde still und höre mit dem Herzen!

6  Wir erzählen unsere Geschichte

Wir sind geprägt von einer patriarchalen, verdrehten und gefälschten Geschichtsdarstellung und Berichterstattung. Die Geschichte der Frauen kommt darin nicht vor. Wir bringen sie wieder ans Licht. Du und Deine Lebensgeschichte sind wichtig und Teil der Geschichte Deiner Kultur.

7  Wir lieben

Jeder Körper ist heilig. Für die Würde und Unversehrtheit von Frauen einzustehen, ist oberstes Gebot. Da sUrprinzip der Mütterlichkeit beinhaltet  bedingungslose Liebe, Fürsorge, Mitgefühl, Selbstliebe und Sinnlichkeit gegenüber allem Lebendigen. Wir rufen alle Männer und Frauen auf, nach diesen mütterlichen Prinzipien in alllen gesellschaftlichen Zusammenhängen zu leben und zu handeln!

8  Wir heilen

Alle haben das Recht auf ein glückliches Leben mit gesunden Lebensgrundlagen. Alles ist eingebettet  in die natürlichen Kreisläufe. Wir bestehen auuf einen selbstbestimmten Umgang mit Krankheit, Gesundheit und Tod. Die Heilung mit Pflanzen gehört zum Urwissen aller Kulturen. Setze Dich auf allen Ebenen dafür ein, dass alle Wesen ein gutes Leben führen können, frei von Hunger, Massenproduktion, Gentechniik, Ausbeutung und Ausrottung. Lass jeden Tag einen Tag der Heilung sein!

9  Wir hüten die Zukunft

Wir stehen in einer langen Ahnenreihe mit Generationen vor und nach uns. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass kommende Generationen auf der Erde gut leben können. Auch Du bist verantwortlich für einen maßvollen Umgang mit den Gaben der Erde!

10 Wir weben das Netz

Verbunden durch sichtbare und unsichtbare Fäden leben und wirken wir vielfach vernetzt. Wir weben mit am Netz der Solidarität von Mensch zu Mensch. Niemand fälllt durch die Maschen. Knüpfe am Netz des Lebens mit all Deiner Kreativität!

11 Wir gehen aufrecht

Gier und Egoismus verbreiten Lügen über die Folgen der Ausbeutung der Erde und all ihre Geschöpfe. Dies führt zur Ausbreitung lebensfeindlicher Werte. Gehe aufrecht und mutig den Weg der Wahrhheit Deines Herzens. Tritt vor, zeige Dich, sei eigenmächtig. Trenne ab, was lebensfeindlich ist!

12 Wir feiern das Leben

Das Leben iist ein Geschenk.In der Balance von Geben und Nehmen wird es zum Fest. Wenn wir den Wert des Schenkens neu erkennen, wird sich die Gesellschaft verändern. Gib dem Gedanken in Deinem Alltag Raum, so kann sich die Fülle über Dich ausgießen. Stecke andere mit Deiner Freude an!

13 Wir leben unsere Vision

Bestehende Strukturen werden brüchig. Veränderung ist Not-wendig, wendet die Not. Wandlung ist das Prinzip des Lebens. Lass Dich mutig und bewusst auf die Wandlungsprozesse ein. Erkenne Deine Vision und lebe sie!

Copyrihgt 2011 Rat der Großmütter

Verzeihen

Wenn ein Stammesmitglied der Babemba in Südafrika ungerecht gewesen ist oder unverantwortlich gehandelt hat, wird er in die Dorfmitte gebracht, aber nicht daran gehindert, wegzulaufen. Alle im Dorf hören auf zu arbeiten und versammeln sich um den „Angeklagten“ .  Dann erinnert jedes Stammesmitglied, gleich welchen Alters, die Person in der Mitte daran, was sie in ihrem Leben Gutes getan hat. Alles, an das man sich in Bezug auf diesen Menschen erinnern kann, wird in allen Einzelheiten dargelegt. Alle seine positiven Eigenschaften, seine guten Taten.  Seine Stärken und seine Güte werden dem „Angeklagten“ in Erinnerung gerufen. Alle, die den Kreis um ihn herum bilden, schildern dies sehr ausführlich. Die einzelnen Geschichten über diesen Menschen werden mit absoluter Ehrlichkeit und großer Liebe erzählt. Es ist niemandem erlaubt, das Geschehene zu übertreiben und alle wissen, dass sie nichts erfinden dürfen. Niemand ist bei dem, was er erzählt, unehrlich oder sarkastisch. Die Zeremonie wird so lange fortgeführt, bis jeder im Dorf mitgeteilt hat, wie sehr er diesen Menschen als Mitglied der Gemeinshaft schätzt und  respektiert. Der ganze Vorgang kann mehrere Tage dauern. Am Ende wird der Kreis geöffnet und nachdem der Betreffende wieder in den Stamm aufgenommen worden ist, findet ein Fest statt.

Es ist das Wichtigste, was wir im Leben lernen können:

Es ist das Wichtigste, was wir im Leben lernen können:

Das eigene Wesen zu finden

und ihm treu zu bleiben.

Allein darauf kommt es an,

und nur auf diese Weise dienen

wir Gott ganz: Dass wir begreifen,

wer wir selber sind

und den Mut gewinnen,

uns selber zu leben.

Denn es gibt Melodien,

es gibt Worte, es gibt Bilder,

es gibt Gesänge,

die nur in uns, in unserer Seele schlummern,

und es bildet die zentrale Aufgabe

unseres Lebens, sie auszusagen und auszusingen.

Einzig zu diesem Zweck sind wir gemacht;

und keine andere Aufgabe ist wichtiger,

als  herauszufinden,

welch ein Reichtum in uns liegt.

Eugen Drewermann

Gemeinschaftsbildung, Bewusstsein, Liebe, Heilung